Einleitung
Azure Virtual Desktop (AVD) ist eine leistungsfähige Plattform für virtuelle Desktops und Anwendungen. Eine der wichtigsten Funktionen in AVD-Umgebungen ist das Autoscaling von verfügbaren Session Hosts. Damit lassen sich Kosten optimieren, indem nicht benötigte Hosts automatisch heruntergefahren und bei Bedarf wieder gestartet werden.
Doch was passiert, wenn in einer Region oder Zone nicht genügend Ressourcen verfügbar sind? Genau dieses Problem ist in den Jahren 2024 und 2025 in mehreren Azure-Regionen aufgetreten. In diesem Artikel werden die bestehenden Möglichkeiten für Autoscaling, die Herausforderungen bei Kapazitätsengpässen und die Lösung durch Nerdio mit der neuen Availability Zone Awareness – Logik (ab Version 7.4) vorgestellt.
Warum Autoscaling in AVD wichtig ist
Session Hosts verursachen Kosten, auch wenn sie nicht genutzt werden. Autoscaling sorgt dafür, dass:
- Nicht benötigte VMs werden heruntergefahren.
- Bei steigender Last werden automatisch neue Hosts gestartet.
Das spart Kosten und erhöht die Flexibilität. Ohne Autoscaling müssten Administratoren diese Aufgaben manuell erledigen – ein hoher Aufwand.
Optionen für Autoscaling
Eigene Lösung
Unternehmen können eigene Skripte oder Automatisierungen entwickeln, z. B. mit:
- Azure Automation Runbooks
- Logic Apps
Nachteile:
- Hohe Komplexität
- Wartungsaufwand
- Erforderliches Know-how
Dieser Ansatz ist in der Praxis selten die beste Wahl.
Microsoft Scaling Plans
Microsoft bietet zwei Arten von Scaling-Plänen:
- Power Management: Schaltet Hosts basierend auf Zeitplänen ein oder aus.
- Dynamic Scaling: Reagiert auf Benutzerlast und passt die Anzahl der Hosts dynamisch an.
Diese Lösungen sind einfach zu implementieren, aber weniger flexibel. Sie berücksichtigen keine komplexen Szenarien wie Kapazitätsengpässe in bestimmten Regionen oder Zonen.
Nerdio Auto-Scale
Nerdio erweitert die Möglichkeiten erheblich:
- Dynamisches Starten und Stoppen von VMs basierend auf Parametern wie Benutzerlast, Performance .
- Verteilung der Session Hosts über mehrere Availability Zones innerhalb einer Region.
- Integration mit Azure-Features für maximale Resilienz.
- Hinzufügen von weiteren Hosts, sollten nicht mehr genügend vorhanden sein (Burst)
Damit bietet Nerdio eine deutlich robustere Lösung als die Standardoptionen von Microsoft.
Das Problem: Kapazitätsengpässe in Azure
Azure-Regionen und -Zonen haben keine unbegrenzten Ressourcen. In Spitzenzeiten kann es vorkommen, dass eine VM nicht gestartet werden kann, weil die gewünschte Grösse in der Zone nicht verfügbar ist.
Beispiel:
- Zone 1 hat keine Kapazität für die Standard-VM-Grösse.
- Zone 2 und Zone 3 sind ebenfalls ausgelastet.
Ohne intelligente Logik endet der Startversuch mit einem Fehler – und die Benutzer warten vergeblich auf zusätzliche Hosts.
Azure Capacity Extender
Mit dem Azure Capacity Extender geht Nerdio im Bereich Autoscaling noch einen Schritt weiter, um den Kapazitätsengpässen in Azure entgegenzuwirken. Wenn eine SKU in einer Region nicht zur Verfügung steht, wird auf die konfigurierten alternativen SKUs ausgewichen. So wird sichergestellt, dass Prozesse wie die Erstellung von Hosts, das automatische Skalieren, das automatische Erweitern sowie die automatische Wiederherstellung nicht durch Kapazitätsgrenzen in Azure beeinträchtigt oder unterbrochen werden.
Damit können Unternehmen sicherstellen, dass ihre AVD-Umgebung auch in Zeiten hoher Nachfrage stabil bleibt.
Vor Version 7.4 (alte Logik)
Die Autoscale-Logik prüfte nur die bevorzugte Zone:
- Zone 1 wird mit Grösse SKU 1 versucht → keine Kapazität.
- Zone 1 wird mit Grösse SKU 2 versucht → keine Kapazität.
Ergebnis: Fehler, VM wird nicht erstellt oder gestartet.
Azure Capacity Extender mit Availability Zone Awareness
Diese neue Option erlaubt Nerdio Manager for Enterprise, die Redundanz und Verfügbarkeit zu erhöhen, alle möglichen Verfügbarkeitszonen bei der Neuinstanziierung von VMs zu berücksichtigen.

Ab Version 7.4 (neue Logik mit Availability Zone Awareness)
Die neue Logik prüft alle Zonen und alternative VM-Grössen:
- Zone 1 mit SKU 1 → keine Kapazität.
- Zone 2 mit SKU 1 → keine Kapazität.
- Zone 3 mit SKU 1 → keine Kapazität.
- Zone 1 mit SKU 2 → keine Kapazität.
- Zone 2 mit SKU 2 → VM wird erfolgreich erstellt.
Ergebnis: Die Aufgabe „Add host“ oder „Start VM“ wird abgeschlossen, und die Umgebung bleibt verfügbar.
Diese intelligente Verteilung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass neue Hosts auch bei Engpässen gestartet werden können.
Fazit
Autoscaling ist unverzichtbar für eine effiziente AVD-Umgebung. Während Microsoft Scaling Plans eine Basislösung bieten, geht Nerdio deutlich weiter:
- Mehr Flexibilität
- Zone-Awareness
- Umgang mit Kapazitätsengpässen
Mit der neuen Logik von Availability Zone Awareness ab Version 7.4 im Azure Capacity Extender ist Nerdio die beste Wahl für Unternehmen, die hohe Verfügbarkeit und Kosteneffizienz kombinieren wollen.