Mit einer kleinen, aber sehr wirkungsvollen Änderung hat Nerdio Manager for Enterprise (NME) kürzlich ein bekanntes Pain-Point-Szenario im Zusammenspiel von Auto-Scale, Storage-Tiers und Start VM on Connect entschärft.
Die Option „Set all hosts to running OS disk type“ ist nun immer sichtbar in Auto-Scale Profiles – unabhängig davon, ob tatsächlich Hosts vorgängig gestartet werden oder nicht.
Was auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, hat in der Praxis deutliche Auswirkungen auf Performance, Kostenkontrolle und Nutzererlebnis.
Kurz zur Einordnung: Pre-Stage Hosts in Nerdio
Mit Pre-Stage Auto-Scale Schedules kann definiert werden,
- zu welchem Zeitpunkt
- wie viele Session Hosts
- vorgängig gestartet oder vorbereitet
werden sollen, um z. B. Login-Spitzen abzufedern oder eine konstante Performance sicherzustellen.
Diese Funktion wird häufig in Szenarien genutzt, in denen Benutzer nicht alle gleichzeitig starten oder in denen bewusst mit Minimum Active Hosts = 0 gearbeitet wird, um Kosten zu sparen.
Das bekannte Problem mit Start VM on Connect
Das beschriebene Verhalten betrifft vor allem nicht‑produktive bzw. kostenoptimierte pooled Host Pools.
Bei Personal Host Pools lässt sich die OS-Disk-Konfiguration bereits seit längerer Zeit sauber steuern, da dort:
- das Startverhalten klarer definiert ist
- und Disk-Tier-Anpassungen im Zusammenspiel mit Auto-Scale zuverlässig greifen
Anders sieht es jedoch bei pooled Session Hosts aus, insbesondere wenn:
- Start VM on Connect aktiviert ist
- Minimum Active Hosts = 0 verwendet wird
- und die VMs direkt durch Azure gestartet werden
In diesen Szenarien konnte Nerdio bislang nicht sicherstellen, dass eine VM beim Start sofort mit der konfigurierten Running OS Disk SKU läuft.
Das führte dazu, dass Session Hosts beim ersten Benutzer-Login unter Umständen noch mit einer günstigeren, aber leistungsschwächeren Disk-Konfiguration gestartet wurden – trotz korrekt definierter Auto-Scale-Einstellungen.
Genau diese Lücke schließt die neue, nun dauerhaft sichtbare Option
„Set all hosts to running OS disk type“.
Die Neuerung: OS-Disk-Typ vorab korrekt setzen – ohne VMs zu starten
Genau hier setzt die Neuerung an.
Mit der jetzt dauerhaft sichtbaren Option „Set all hosts to running OS disk type“ kann Nerdio:
- auch gestoppte Session Hosts
- vorab auf den konfigurierten Running OS Disk Type umstellen
- ohne die VMs tatsächlich zu starten
Das ist besonders relevant für:
- Pooled Host Pools
- Minimum Active Hosts = 0
- Start VM on Connect = aktiviert
Selbst wenn keine Pre-Stage-VMs gestartet werden sollen, kann die Disk-Konfiguration bereits im Vorfeld auf die richtige SKU gesetzt werden.

Warum das in der Praxis wichtig ist
Diese Änderung bringt gleich mehrere Vorteile:
✅ Konsistente Disk-Performance
Auch der erste Benutzer erhält sofort die erwartete I/O-Leistung.
✅ Bessere Kontrolle bei kostenoptimierten Pools
Günstige Disk-SKUs im Idle-Zustand, hohe Performance genau dann, wenn sie benötigt wird.
✅ Keine negativen Überraschungen bei selten genutzten Pools
Ideal für Umgebungen mit unregelmäßiger Nutzung oder definierten Zeitfenstern.
✅ Saubere Ergänzung zu Start VM on Connect
Kein Workaround mehr nötig, um Disk-Performance sicherzustellen.
Typisches Einsatzszenario
Ein klassisches Beispiel:
- Ein AVD Pool mit wenigen, unregelmäßigen Benutzern
- Start VM on Connect ist aktiviert
- Die VMs sind die meiste Zeit gestoppt
- Hohe Disk-Performance wird aber beim Login sofort benötigt
Mit der neuen Option lassen sich:
- die Storage-Kosten niedrig halten, solange die VMs aus sind
- und trotzdem Performance-Probleme beim Start vermeiden
Fazit
Diese Anpassung ist ein gutes Beispiel dafür, wie Nerdio auch bestehende Funktionen sinnvoll weiterentwickelt.
Gerade in kostenoptimierten AVD-Designs mit Start VM on Connect schließt diese Option eine wichtige Lücke zwischen Kostenkontrolle und User Experience.
Klein im UI – aber mit spürbarem Effekt im Betrieb.